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Gute Reise!

"Eine Dame lebt in Venedig, / die ist mit achtzig noch ledig. / Sie beklagt sich nicht, / sie lächelt und spricht: / „Vielleicht war das Schicksal mir gnädig.“

Die Limericks, die Sie an dieser Stelle immer lesen, stammen alle von Ole Haldrup. Sein „Buch der Limericks“ (2003), dazu „Lirum, Larum, Limerick“ (2004) und „Das Geheimnis der fünften Zeile" (2007) sind zu beziehen über: Nereus-Verlag, Susanne Happle, Johann-von-Werth-Straße 6, 79100 Freiburg, Telefon 0761-403802, nereus-verlag @gmx.de. (gk)

Biegung für Biegung

Deutschland ist schön: An der Mosel entlang / Unser nächster Reisetipp für die Zeit nach Corona

Von Günther Koch/Life-Magazin

Blumiger Empfang vor Cochem: Die Reichsburg thront auf weithin sichtbarem Bergkegel über der Mosel. Fotos: Koch

Trier/Koblenz - Deutschland war schön - vor Corona! Deutschland wird auch in Zukunft schön sein - nach Corona! Zum Beispiel an der Mosel. Es ist Ende September. Ein Bilderbuch-Tag, sonnig und warm. Wir sind - schon lange vor Corona - unterwegs vom Bostalsee im Saarland im "Savoir vivre"-Genießereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg nach Hause. Mit diesem Beitrag setzen wir unsere neue Reihe von Unterwegsgeschichten auch als Reisetipp für die Zeit nach Corona fort.

Ab der luxemburgischen Moselle

Wir haben Zeit, entscheiden uns, ohne Autobahn von Trier nach Koblenz zu fahren. Biegung für Biegung direkt an der Mosel entlang. Auf der Weinroute Route du Vin in Luxemburg, wo die Mosel Moselle heißt, geht's los. Dann weiter an Trier vorbei. Dazwischen immer wieder Weinberge und kleine Kapellen, manche unten an der Straße, manche oben auf.

Lange Weinbautradition in der Region

In einzelnen Orten an der Strecke weisen ältere Gerätschaften auf die sehr lange, vom milden Klima und vom Boden begünstigte Weinbautradition in dieser Gegend hin. Auf den Schiefergesteinsböden an der Mittelmosel wie in Trittenheim im Landkreis Trier-Saarburg an der Römischen Weinstraße ist der Riesling mit über 80 Prozent die vorherrschende Traube.

Das Goldtröpfchen und der Schutzpatron

Piesport im Moseltal zwischen Trier und Bernkastel-Kues gilt als Heimat des Goldtröpfchens, einer besonderen Weinlage, die sich über 66 Hektar an einem Steilhang bis zur Moselloreley hin erstreckt und dabei die Form eines Amphitheaters bildet. An der Moselschleife bei Minheim steht eine Statue von Schutzpatron St. Johannes mit Lamm im Arm.

Pegelmesser und hübsche Bootsbepflanzung

Kesten, Luftlinie etwa 30 Kilometer von Trier entfernt, ist ein nur rund 350 Einwohner zählender Ort mit Pegelmesser und hübsch bepflanztem Boot direkt am linken Ufer der Mosel, der zur Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues gehört, von Weinbergen umgeben ist, in einer kleinen Talweitung des Flusses liegt und über ein besonders mildes Klima verfügt.

Gebäudepracht und immer wieder malerische Bilder

Prächtig sind die Gebäude, die teilweise auch zum architektonischen Bild links und rechts der Mosel gehören. Unten der Fluss, darauf weiße Ausflugsschiffe mit Touristen für Rundfahrten an Bord, am Ufer malerische kleine Orte, dahinter Weinanbau bis in höhere Lagen und ganz oben eine Burg, die alles überragt: Bilder wie dieses sind keineswegs selten. 

Moderne Kreisverkehrskunst und Hochmoselüberquerung

Auf dem Weg nach Traben-Trabach: Moderne Kunst im Kreisverkehr und eine nicht unumstrittene, zum Zeitpunkt der Aufnahme noch nicht freigegebene 175-Millionen-Euro-Brücke, die bei Flusskilometer 120,8 in bis zu 158 Metern Höhe im Landkreis Bernkastell-Wittlich über das hier tief eingeschnittene Moseltal zwischen Ürzig und Zeltingen-Rachtig führt.

Privater Schwanenparkplatz und Europas steilste Weinberglage

Tierisch gut: Am Moselufer in Traben-Trabach scheinen sich sogar Schwäne über einen Privtaparkplatz freuen zu dürfen ... Die Landschaft um den 850-Einwohner-Ort Bremm an einer der schönsten Moselschleifen stellt eine ganz besondere Naturkulisse dar: Der bis zu 378 Meter hohe Bremmer Calmont gilt mit 65 Grad Steigung als Europas steilste Weinlage.

Klosterruine als Einzellage und Königinnen für die edlen Tropfen

Bei der Klosterruine Stuben handelt es sich um ein zu Beginn des 12. Jahrhunderts gegründetes Augustiner-Chorfrauen-Stift auf einer Halbinsel bei Bremm, dessen Gelände zum Weinanbau genutzt wird und als Einzellage der Marke Abtei Kloster Stuben bekannt ist. Zu einer Weinregion gehören natürlich auch Majestäten wie Weinkönigin Madeleine.

Eine Pilgerstätte, "Dornröschen" und Nostalgie beim Briefkasten

Das rund 130 Einwohner zählende Beilstein im Landkreis Cochem-Zell, auch Pilgerstätte für die Schwarze Madonna, wirbt für sich mit seinem gut erhaltenen Ortsbild und der Lage direkt am Ufer unterhalb der Burgruine Metternich für sich als "Dornröschen der Mosel". Derweil steht die nächste Leerung des nostalgischen Briefkastens in Cochem um 8 Uhr an.

In der kleinsten Kleinstadt Deutschlands

Cochem gilt mit knapp über 5000 Einwohnern als kleinste Kleinstadt Deutschlands. Fachwerk findet sich vor allem im historischen Zentrum. Die Reichsburg ist 1130 erstmals urkundlich erwähnt, die Winneburg 1304. Durchaus sehenswert sind auch einige Gotteshäuser, darunter Pestkapelle, Sehler Dom, Kapelle "Zu den drei Kreuzen" und Remaciuskirche.   

Der Heilige und die Ausflugsschiffe

Das bronzene Reiterstandbild des heiligen Martin krönt den Marktbrunnen vor dem Rathaus in Cochem. Die Stadt selbst ist stark touristisch geprägt, dürfte an der Mosel wohl mit die meistgenutzte Anlegestelle für Ausflugsschiffe sein. Die Bedeutung des Weinbaus ist zumindest hier zuletzt rückläufig gewesen, die Zahl der Winzer hat sich deutlich reduziert.

Zur Burg Eltz und wieder zurück

Dieser Abstecher muss sein: Die Höhenburg Eltz aus dem 12. Jahrhundert findet sich im Tal der Elz, die das Maifeld schon zur Eifel hin begrenzt, Eltz gehört zu den bekanntesten Burgen im Land, soll nie gewaltsam erobert worden sein. Wieder zurück an der Mosel, wo am späten Nachmittag Licht und Schatten langsam anfangen, miteinander zu spielen.

Glaube und Schlossdurchfahrt

Glaube und Religion scheinen auch in der Moselregion noch weit verbreitet, etwa in Form der Jesus-Darstellung am Kreuz. Der Stammsitz der Fürsten von der Leyen bei Kobern-Gondorf, einzige Wasserburg an der Mosel, hat die Besonderheit, dass Bahn und Bundesstraße B416 das Anwesen, das heute eine Ausstellung des Landeshauptarchivs beherbergt, teilen.

Info Mosel I

Der mit 544 Kilometern Fließstrecke, davon 231 in Deutschland, zweitlängste Nebenfluss des Rheins entspringt in den Vogesen in Frankreich, fließt durch Lothringen, um Nancy und Metz Richtung Norden, bildet dann die Grenze zwischen Luxemburg und Deutschland, mäandernd weiter durch das Saarland und Rheinland-Pfalz, mündet am Deutschen Eck bei Koblenz in den Mittelrhein. Der Name leitet sich vom keltischen Mosea über das lateinische Mosella als Verkleinerungsform von Mosa ab, der lateinischen Bezeichnung für die anfangs parallel fließende Maas. Unterschieden werden bei uns die Obermosel ab dem Dreiländer-Eck Deutschland-Frankreich-Luxemburg bis zur Einmündung der Saar bei Konz, die Mittelmosel von Trier bis Pünderich sowie die Unter- oder Terrassenmosel bis Koblenz, schiffbar über 394 Kilometer.

Info Mosel II

Moselweinstraße, Moselradweg, Moselhöhenweg und Moselsteig führen durch das Tal. Klima und Beschaffenheit des Bodens begünstigen vor allem Riesling-, aber auch Burgunder- und Elbling-Weinanbau auf einer Fläche von insgesamt etwa 10 540 Hektar, davon knapp 9000 allein in Deutschland teils in überaus steilen Lagen. Mit diesem Beitrag endet unsere 2018 begonnene mehrteilige Serie über das Grenzland zu Luxemburg, bei der wir in Gonnesweiler in der Seezeitlodge Hotel & Spa (Vier-Sterne-Superior, 98 Zimmer/Suiten, behaglich-natürliche Einrichtung, die keltische Historie einbezieht, direkt am Bostalsee im nördlichen Saarland gelegen, www.seezeitlodge.de) untergebracht gewesen sind. Information: Mosellandtouristik, Kordelweg 1, 54470 Bernkastel-Kues, Telefon 06531-97330, www.mosellandtouristik.de.

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KoCom/Fotos: Günther Koch

2. April 2020