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Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Für große Transporte

VW hat neuen Crafter am Start / Mehr Nutzlast und Ladevolumen / Drei Diesel mit 102, 140 und 177 PS

Von Günther Koch/Life-Magazin

VW Crafter: Die Flotte der großen Transporter besteht aus vier Grundmodellen. Foto: Waldinger

Almeria – Eher selten kommt im hart umkämpften Segment der großen Transporter ein komplett neu entwickeltes und eigenständiges Modell auf den Markt. Bei dem von VW in Almeria gerade vorgestellten Crafter handelt es sich um ein solches Nutzfahrzeug. Dessen Einstiegspreise beginnen bei knapp unter 30 000 Euro (ohne Mehrwertsteuer). Die vier Grundversionen sind zwei Kastenwagen mit mittellangem Radstand sowie jeweils ein Doppelkabiner-Fahrgestell und -Pritschenwagen.

Eigenes Werk in Polen

Der Crafter, für den zuletzt erst ein eigenes Werk in Polen in Betrieb genommen worden ist, tritt im Umfeld von Fords großem Transit an. Was das modernere Äußere betrifft, orientiert sich die in drei Längen bis zu 7,39 Meter lange und in drei Höhen bis zu 2,79 Meter hohe Neuauflage am kleineren T&-Transporter-Bruder. Der Laderaum kann bis zu 2,19 Meter hoch sein. Mit bis zu 5,5 Tonnen und bis zu 18,4 Kubikmetern stehen mehr Nutzlast und Ladevolumen zur Verfügung. 

Fürs leichtere Beladen

Weitere wichtige Daten sind: Zulässiges Gesamtgewicht drei bis vier Tonnen. Durchladebreite bis 1,38 Meter. Laderaumlänge bis 4,85 Meter. Nur 57 Zentimeter Ladekantenhöhe, optionale 270-Grad-Öffnung der Hecktüren und gut 1,30 Meter breite Schiebetüren erleichtern das Beladen. Ladegut kann von allen Seiten gesichert werden. Gegen Aufpreis lassen sich Schienen zum Verzurren an Seitenwänden, Trennwand, Dach und Boden einbauen.    

Praktischer und sicherer

Der Arbeitsplatz wirkt körpergerechter. Sogar ein Schwingsitz mit einstellbarer Lordosenstütze und Massagefunktion ist lieferbar. Praktische Halterungen etwa für Handy, Laptop, Tablet-PC, Zollstock und Arbeitshandschuhe sind bereits im Basispaket enthalten. Aktive Spurhalte-, Parklenk-, Rangierassistenz für Anhänger, automatische Distanzregelung, Notbremssystem, Multikollisionsbremse, Seitenwindassistenz, Müdigkeitserkennung sowie automatisches Auf- und Abblendlicht finden sich in der Liste der nunmehr erhältlichen Elektronikhilfen. Front-, Seiten-, Kopfairbags, Rückfahrkamera, Ausparkassistenz sowie ein spezieller Flankenschutz auf Sensorbasis tragen zur Sicherheit bei. Das Infotainmentsystem ist vernetzt.

Drei 2,0-Liter-Turbodiesel

Die motormäßig einzig verfügbaren 2,0-Liter-Turbodiesel, alle mit spritsparender Stopp/Start-Technik, sollen sich laut VW durch einen im Schnitt um 15 Prozent geringeren Verbrauch sowie durch günstigere Wartungs- und Verschleißkosten rechnen. Die Euro-6-Vierzylinder, mal längs, mal quer eingebaut, mal mit Sechsgang-Schaltgetriebe, mal mit Achtstufen-Wandlerautomatik kombinierbar, leisten 102, 140 und 177 PS, sind mit 300, 340 und 410 Newtonmetern durchzugsstark, machen die Frontantriebs-Crafter damit in der Spitze 143 bis Tempo 165 schnell. Allrad- und Heckantrieb kündigt VW für Mitte 2017 an.

Funktionaler und alltagstauglicher

Alles in allem: Mit der Neuauflage hat der erstmals über eine entsprechende Schnittstelle besser in bestehende Flotten integrierbare Crafter an Funktionalität und Alltagstauglichkeit gewonnen. Das Fahrwerk nun sogar mit elektromechanischer Lenkung hat bei unseren ersten Ausfahrten in Süden Spaniens einen insgesamt sicheren und komfortablen Eindruck hinterlassen. Mit Blick auf die Größe geht das Handling durchaus in Ordnung. Auch soll sich der Crafter weitgehend ermüdungsfrei auf längeren Strecken bewegen lassen. Bekanntlich kommen die bei einem Transporter-Fahrer gar nicht so selten vor.

KoCom/Fotos: Rainer Waldinger

18. November 2016