Blickpunkt Frontera
Von Alfa über Opel bis Peugeot: Stellantis-Marken und Joint-Venture-Partner lassen 22 aktuelle Modelle testen
Von Günther Koch

Stellantis-Adventstests: Wir haben uns für den neuen Opel Frontera als Crossland-Nachfolger entschieden Foto: Heyne
Rüsselsheim – Advent, Advent! Und doch: Noch ohne die im Premiumbereich positionierte italienische Automobilmarke Lancia haben am Stellantis-Deutschland-Standort in Rüsselsheim gerade die Adventstestfahrten des Konzerns stattgefunden. Mit dabei: 7 Stellantis-Marken plus China-Joint-Venture-Partner samt 22 Modellen, darunter – unterwegs etwa im Umfeld von Dacia Duster, Hyundai Kona und Suzuki S-Cross – der Opel Frontera.
Schon einmal
Den untere Mittelklasse-Geländewagen hat es, damals noch unter Führung von General Motors, schon einmal gegeben, und zwar von 1991 bis 2004. Nach zwischenzeitlichem Aus ist der Opel dann unter Stellantis-Führung ab 2024 als Crossland-Nachfolger vorgefahren, indem der Konzern den Namen mit dem neuen Modell wiederbelebt hat. Es läuft in der Slowakei vom Band, ist als Fünf- und in den Ausstattungslinien Edition, GS und Ultimate zu haben. Auch eine geländegängigere Variante haben die Rüsselsheimer als Studie schon gezeigt.
Modulare Plattform
Der Frontera - 4,38 Meter lang, 1,84 Meter breit, 1,63 Meter hoch, Radstand 2,67 Meter, Leergewicht 1344 bis 1589 Kilo, Anhängelast Hybrid 1050 bis 1250 Kilo, Elektro deutlich weniger - basiert wie das Schwestermodell im Konzern, Citroëns dritte C3-Aircross-Generation, auf der modularen Stellantis-Kleinwagen-Plattform. Er kommt mit futuristischerem Design daher, bietet ordentlich Platz und höhere Flexibilität. Die Materialqualität innen könnte in Teilen noch etwas besser sein, das Sicherheits- und Komfortpaket umfangreicher. Die Verarbeitung wirkt jedoch solide.
Ziemlich selbstbewusst
Mit Zweifarblackierung und Dach in Kontrastfarbe tritt der Opel mit neuen schwarzen Vizor-Markengesicht schon äußerlich auch ohne Chromelemente ziemlich selbstbewusst auf. Im geräumigen Inneren geht es, was das moderne und volldigitale Cockpit mit gleich zwei 10-Zoll-Widescreens betrifft, übersichtlich zu. Die Bedienung wesentlicher Funktionen ist auch über wenige Tasten möglich. Man sitzt sehr gut. 460 Liter Kofferraumvolumen lassen sich am Ende auf bis zu 1600 Liter vergrößern. Es gibt einen zweiten Ladeboden.
Hybrid und Elektro
Zwei Antriebsarten – voll- oder teilelektrifiziert als Hybrid – stehen zur Wahl. In zwei Leistungsstufen bietet Opel den Elektro-Frontera mit 113-PS-Motor an. Mit 44-Kilowattstunden-Batterie soll man laut den Rüsselsheimern bis zu 307 Kilometer weit kommen, mit dem größeren 54-Kilowattstunden-Pendant bis zu 406. Die Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 gibt der Hersteller für das Modell mit dem kleineren Akku mit 12,8 Sekunden an. In der Spitze ist die höchste Geschwindigkeit auf 143 Stundenkilometer elektronisch abgeregelt. Energieverbrauch laut Datenblatt 16,5 und 18,3 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Serienmäßig ist ein dreiphasiger 11-Kilowatt-Charger an Bord. Je nach Anschluss sollen 26 bis 28 Minuten Schnellladen die Kapazität der Batterie wieder von 20 auf 80 Prozent erhöhen.
Mit kleinem Turbo
Zum Vergleich die wichtigsten Werte für die beiden Hybrid mit 48-Volt-Technologie: 1,2-Liter-Turbobenziner mit 100 und 136 PS jeweils plus 21-PS-Elektromotor. Systemleistung 110 und 145 PS. Elektrifiziertes Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Beschleunigung 11,4 und 9,1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit 176 und 189 Stundenkilometer. Spritverbrauch im Mix 5,3 bis 5,4 Liter und 5,3 Liter, was umgerechnet 119 bis 122 und 19 Gramm Kohlendioxidausstoß bedeuten würde.
Guter Nutzwert
Der günstigere preisliche Einstieg beginnt aktuell ab 24 190 Euro. Die batterieelektrische Version fängt bei 28 990 Euro an. Früher eher bullig, heute eleganter gehören neben dem Platz für Insassen und Gepäck sowie neben der einfachen Bedienung nicht zuletzt sichere Fahreigenschaften zu den Stärken des nur noch als Frontantriebler erhältlichen Frontera, der ohne Schnickschnack freilich mit ausreichend Nutzwert punkten kann.
Ciao, Lancia
Beteiligt an den Adventstestfahrten waren diesmal Alfa Romeo (Junior, Tonale, Giulia, Stelvio), Citroën (C5 Aircross, ë-C3 Aircross), DS Automobiles (DS No 4, DS No 8), Fiat (Grande Punto, 500er), Jeep (Compass), Joint-Venture-Partner Leapmotor aus China (C10, B10, T03), Opel (Grandland, Mokka, Frontera), Peugeot (e-408, e-5008, 308/308 SW, e-3008). Und nächstes Mal wird sehr wahrscheinlich dann auch Lancia nicht mehr fehlen. Denn eigentlich war der Neustart der Marke, Stichwort Ypsilon, Stichwort Gamma, bei uns wohl schon für 2025 vorgesehen.
KoCom/Fotos: Dani Heyne
12. Dezember 2025

