Sonntag, 7. August 2022

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Blinklicht

"999"

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"Soll ich Sie mal zusammen mit dem Auto fotografieren?"

Netter Passant, der gesehen hat, dass wir Aufnahmen von einem sportlichen Testwagen gemacht haben. (gk)

"Geh' Ford"

Abgewandelter "Geh' fort"-Fernsehspruch von Heinz Becker/Gerd Dudenhöffer. (gk)

Start mit Fünftürer

Opel führt Neuauflage seines kompakten Astras ein / Kombi Sports Tourer folgt / Elektroversion 2023

Von Günther Koch/Life-Magazin

Der Opel Astra, hier als GS-Line-Fünftürer, läuft in Rüsselsheim vom Band. Fotos: Koch

Rüsselsheim – Erste Ausfahrt im neuen Opel Astra: Wir sind dazu jetzt rund um Rüsselsheim im handgeschalteten stärkeren Turbobenziner unterwegs gewesen. Opel startet die Einführung seines im Umfeld deutscher Konkurrenten wie Ford Focus und VW Golf positionierten Kompaktmodells – Schwestermodelle auf Stellantis-Konzernebene sind Citroën C4, DS4, Peugeot 308 – mit der fünftürigen Fließheck-Limousine ab 22 465 Euro. Der Astra heißt seit 1991 so, ist damals dem Kadett nachgefolgt. Bei der neuen handelt es sich bereits um die sechste Generation seit etwas mehr als 30 Jahren.

Geräumiger auch durch größeren Radstand

Das Auto: Als Fünftürer kommt der in Rüsselsheim gebaute neue Astra mit 4,37 Metern etwas länger als das Vorgängermodell daher, ist 1,86/2,06 Meter breit, 1,44/1,77 Meter hoch, verfügt über größeren 2,67-Meter-Radstand. Der Kofferraum fasst 422 bis 1339 (352 bis 1268) Liter. Auch der ziemlich übersichtliche, relativ leicht bedienbare und selbst im Fond noch recht geräumige Astra fährt nun im neuen Markenlook vor. Das Vizor genannte Design mit schwarzem Kunststoff-Panel vorn zwischen den Scheinwerfern, stärker modellierten Flanken, coupéhafter Linienführung und kantigem Heck wirkt klar und modern. Wer will, kann die optionale Zweifarblackierung ordern. Das adaptive Intelli-Lux-Pixellicht mit 168 einzelnen LED-Elementen ist bereits aus dem Flaggschiff Insignia bekannt. Im volldigitalen Cockpit mit zwei breiteren Displays gibt es nun keine Analoganzeigen mehr. Lediglich wichtige Einstellungen wie die Klimatisierung sind über wenige Schalter und Regler noch direkt anwählbar. Schlaue Elektronikhilfen vom Headup-Display über das teilautonome System, das Kameras und Sensoren am Fahrzeug miteinander vernetzt, bis hin zum 360-Grad-Rundumblick unterstützen beim Fahren.

Blick auf die Frontpartie mit dem Markenblitz vorn im schwarzen-Kühlergrill-Panel.

Benziner, Diesel, zweiter Plug-i-Hybrid noch 2022

Der Antrieb: Zunächst stehen zwei Dreizylinder-Turbobenziner mit 110 und 130 PS, ein Vierzylinder-Turbodiesel mit 130 PS sowie erstmals in der Baureihe ein Plug-in-Hybrid aus 150-PS-Turbobenziner und 110-PS-Elektromotor mit 180 PS Systemleistung und bis zu 60 Kilometern rein elektrischer Reichweite zur Wahl. Die 1,2-, 1,5- und 1,6-Liter-Aggregate bauen Drehmomente von 205 über 230 und 300 bis 360 Newtonmeter auf, beschleunigen diese leer 1332 bis 1678 Kilo schweren Opel in 7,6 bis 10,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100, machen sie in der Spitze 199 bis 225 Stundenkilometer schnell. Reibungsärmere Sechsgang-Schaltgetriebe oder Achtstufen-Automaten übertragen in den allesamt Frontantrieblern die Kraft auf die vorderen Räder. Den Verbrauch pro 100 Kilometer geben die Rüsselsheimer mit Werten von 1,1 Litern beim Plug-in über maximal 4,6 beim Diesel bis 5,8 bei den Benzinern so zumindest im Datenblatt an. Noch im Laufe des Jahres soll ein 225-PS-Plug-in-Hybrid folgen. Der Vollstromer Astra-e ist für 2023 vorgesehen.

Benziner, Diesel und Plug-in-Hybrid stehen zunächst zur Wahl. Blick ins moderne Cockpit

Bis in die letzte Schraube hinein

Das Fahren: Der von uns getestete Dreizylinder-Turbobenziner macht beim Tritt aufs Gaspedal wegen des fehlenden, für bessere Laufruhe nicht unwichtigen vierten Zylinders, durchaus auf sich aufmerksam. Auf Dauer unangenehm oder sogar nervig ist das jedoch nicht. Was den Verbrauch betrifft, hat der Bordcomputer bei uns am Ende nach normalen Orts-, Landstraßen- und etwas spritzigeren Autobahnfahrprofilen bei dennoch eher moderater und möglichst konstanter Fahrweise ohne häufigere Lastwechsel immer noch vertretbare 5,8 (statt maximal 5,5) Liter angezeigt. Dass auch der neue Astra laut Opel „bis in die letzte Schraube ‚Autobahn geprüft‘ ist“, merkt man ihm irgendwie an. Selbst bei höherem Tempo stellt sich ausreichend Stabilität beim Fahren ein. Die ordentliche Rückmeldung von der Straße gebende Servolenkung und die Seitensteifigkeit des ausgewogen abgestimmten sowie insgesamt weitgehend komfortabel federnden Fahrwerks sind auf möglichst geringe Bewegungen um die Horizontalachse herum ausgelegt. Die Bremsen packen standfest zu. Sowohl auf Geraden wie in Kurven bleibt der verwindungssteifere Opel seiner Spur treu.

Blick auf das Modelllogo und den Modellschriftzug hinten, Das Gepäckabteil fasst 422 bis 1339 Liter.

Umfangreicheres Basispaket     

Die Ausstattung: Schon bei der ersten (Elegance) sind etwa LED-Scheinwerfer, LED-Rückleuchten, Zweizonen-Klimaautomatik, Multimedia-Infotainment, 10-Zoll-Fahrerinformationsdisplay, 10-Zoll-Touchscreen, Digitalradioempfang, Müdigkeits-, Frontkollisionswarner, automatische Gefahrenbremsung, Fußgänger-, Verkehrszeichenerkennung, Spurhaltehilfe, automatische Geschwindigkeitsassistenz, Parkpilot, Rückfahrkamera, ergonomische Aktivsitze, Lederlenkrad und 17-Zoll-Leichtmetallrädern mit 225er-Reifen Standard. Bei den anderen Lines gehören etwa Aluminiumpedale, schwarzes Karbondach, ergonomische Sportaktivsitze, 360-Grad-Kamera, Sitz- und Lenkradheizung (GS Line), dann elektrisches Glasschiebedach, adaptive LED-Matrix-Scheinwerfer, Navigation, aktive Spurhaltehilfe, Totwinkel-, Querverkehrswarner, automatische Geschwindigkeitsassistenz mit Stoppfunktion, kabelloses Smartphone-Laden und 18-Zöller (Ultimate) zum Grundumfang, während sich die letzte Ausstattungslinie (Business Elegance) mehr oder weniger an der Flottenkundschaft orientiert.   

Heck-Seitenansicht des fünftürigen Fünftürers. Und so sieht der neue Astra von der Seite aus.

Auf der Höhe der Zeit

Alles in allem: Die Rüsselsheimer verstehen sich auf Kompaktes, zeigen Mut beim Design, sind bei den (Antriebs-)Technologien auf der Höhe der Zeit, in Sachen Fahrwerk ebenfalls gut dabei. Mit dem nutzwertigeren Sports Tourer setzen sie beim insgesamt ausgereiften Astra gleich noch einen drauf. Was die Elektrifizierung betrifft, geht die weiter: Nachdem der Opel-Plan bis Ende 2021 neun entsprechende Modelle vorgesehen hat, sechs Pkw und alle drei leichten Nutzfahrzeuge, soll 2024 das komplette Portfolio dann unter Strom stehen und die Marke 2028 zumindest in Europa eine rein elektrische sein.     

Datenblatt

Motor: Zwei Dreizylinder-Turbobenziner, ein Vierzylinder-Turbodiesel, ein Plug-in-Benzinhybrid. Hubraum: 1,2, 15, 1,6 Liter. Leistung: 110 bis 180 PS. Maximales Drehmoment: 205 bis 360 Newtonmeter. Beschleunigung: 7,6 bis 10,6 Sekunden von 0 auf Tempo 100. Höchstgeschwindigkeit: 199 bis 225 Stundenkilometer. Antrieb: Vorderräder. Getriebe: Sechsgang-Handschaltung oder Achtstufen-Automatik. Umwelt: Laut Opel Mixverbrauch 1,1 bis 5,8 Liter pro 100 Kilometer, 24 bis 131 Gramm Kohlendioxidausstoß pro Kilometer. Abgasnorm: Euro-6d. Grundpreis 22 465 bis 35 800 Euro.

KoCom/Fotos: Günther Koch

11. März 2022 (Ausstattungsaktualisierungen lauf Preisliste vom 8. April 2022)